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Chronologie seit Gründung 2017-09-13T13:57:55+00:00

Chronologie seit Gründung

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Presse haben Sie die Diskussionen um einen dritten Nationalpark in der Rhön in letzten halben Jahr mitverfolgen können. Wir vom Verein „Unsere Rhön – gemeinsam stark e.V.“ wollen Ihnen heute einiges Grundsätzliches aus unserer Sicht erläutern.

Die Gründung des Vereins geht zurück auf eine Initiative des Bayerischen Bauernverbands Bad Kissingen, der sich der Thematik angenommen hat, nachdem der Wunsch aus der örtlichen Bevölkerung sowie von Landwirten, Forstleuten, Gewerbetreibenden, Jägern und Vertretern der Kommunen immer deutlicher wurde. Um diese Interessen zu bündeln und alternative Möglichkeiten des Naturschutzes im Wald zu entwickeln, wurde der Verein „Unsere Rhön – gemeinsam stark e.V.“ gegründet.

Zeitablauf:

Juli 2016
Ministerpräsident Seehofer erklärt, er wolle die Möglichkeit einen dritten Nationalpark in Bayern zu installieren, prüfen zu lassen

Juli 2016 bis Februar 2017
Schwerpunkt der Diskussion über die Möglichkeit eines Nationalparks im Spessart

03.12.2016
Ufr. BBV-Präsident Weiler und sein Stellvertreter Stefan Köhler überreichen umfassenden Fragekatalog an die bayerische Umweltministerin Scharf

15.03.2017
Bürgermeister und Landräte der Landkresie Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld besichtigen das „Suchgebiet“ Rhön

13.04.2017
Verbändegespräch mit Umweltministerium in Burglauer

21./22.04.2017
BBV Bad Kissingen informiert sich umfassend bei Befürwortern und Gegnern eines Nationalparks im Bayerischen Wald

24.04.2017
Erstes Treffen von Landwirten, Waldbesitzern, Jägern, Gewerbetreibenden und Rhöner Bürgern und  Gründung einer BI „Unsere Rhön – gemeinsam stark“

Mai / Juni 2017
zahlreiche Gespräche, Infostände und Sitzungen mit Kommunalvertretern sowie Unterschriftenaktion

09.06.2017
Gründung des Vereins „Unsere Rhön – gemeinsam stark e.V.“

21.06.2017
Fachvortrag mit vom Geobotaniker Prof. Dr. Küster in der Rhönfesthalle in Stangenroth

23.06.2017
Großdemonstration in Stangenroth gegen einen Nationalpark

02.07.2017
Demonstration aller von der Nationalparkdiskussion betroffenen Regionen beim „Tag der Franken“ in Kitzingen und Übergabe der 8.000sten Unterschrift an stellvertretenden Ministerpräsident und Innenminister Joachim Herrmann

14.07.2017
Pressekonferenz mit Vorstellung des Rechtsgutachtens des Würzburger Verwaltungsrechtlers Wolfgang Baumann über Rechtsgründe gegen eine Nationalparkausweisung in der Rhön

21.07.2017
Demonstration anlässlich des unterfränkischen CSU-Parteitags in Lohr a.Main Übergabe der 10.000sten Unterschrift gegen einen dritten Nationalpark und Übergabe des Konzepts „Zukunftswald 2100“ an Ministerpräsident Seehofer

Juli 2017
bisherige Suchkulisse wird verworfen, länderübergreifender Nationalpark mit Hessen in der Diskussion Landwirtschaftsministerium und Bay. Staatsforsten sollen in die Diskussion mit einbezogen werden

September 2017
intensivere Information der angrenzenden Gebiete in Hessen wegen neuer Suchkulisse

27.09.2017
Gespräch einer Delegation des Vereins „Unsere Rhön – gemeinsam stark e.V.“ mit Ministerpräsident Seehofer in der Bayerischen Staatskanzlei

Wie Sie sehen wurde von Seiten des BBV Bad Kissingen und auch von den ehrenamtlichen Mitstreitern im Verein „Unsere Rhön – gemeinsam stark e.V.“ eine erhebliche Vorarbeit geleistet. Um dies alles zu finanzieren, das Erreichte gegenüber der Politik zu festigen und unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen, ist eine möglichst hohe Mitgliederzahl wünschenswert. Aus diesem Grund haben wir auch den Antrag auf Mitgliedschaft im Verein beigefügt. Der Beitrag für Einzelpersonen beträgt 10 € jährlich, der Familienbeitrag 12 €. Für Organisationen und Kommunen gelten Individualvereinbarungen auf Anfrage.

Für den landwirtschaftlichen Bereich und die Jagd sehen wir für die an einen Nationalpark angrenzenden Gebiete größere Schwierigkeiten bei der Eindämmumg und Regulierung von Wildschäden vor allem bei Schwarzwild und Rotwild.

In einem Nationalparkgebiet hätten die großen Beutegreifer wir Wolf und Luchs Rückzugsgebiete und „Problemtiere“ könnten nicht einfach entnommen werden. Dies hätte gerade für die Wirtschaftlichkeit der Weidetierhaltung extrem negative Folgen, da der Aufwand zum wirksamen Schutz der Weidetiere organisatorisch und wirtschaftlich nicht tragbar ist. Auch Tierschutzaspekte sind hier zu berücksichtigen.

Für Wald- und Forstwirtschaft wären größere Rotwildschäden und Borkenkäferschäden zu erwarten.

Die gesamte regionale Wertschöpfungskette von der Forstwirtschaft über die Forstdienstleister, die Sägewerke und die holzverarbeitenden Betriebe würde durch den Entzug von jährlich rund 65.000 Festmeter nutzbarem Zuwachs im Wald leiden und es würden Arbeitsplätze gefährdet. Eine am Tropf des Steuerzahlers hängende Nationalparkverwaltung würde diesen Rückgang an Arbeitsplätzen nicht kompensieren.

Der Bereich Tourismus leidet – wie auch die Verbände bestätigen – vor allem an der Verfügbarkeit von Personal (ungünstige Arbeitszeiten, Saisonarbeit, Verdienstmöglichkeiten, ..) und nicht daran, dass keine Touristen in die Region kämen. Der Tagestourist, der etwa ein „Nationalparkzentrum“ besucht, wird daran nicht viel ändern. Für ein erfolgreiches Projekt wie z.B. den Baumwipfelpfad bei Ebrach braucht es keinen Nationalpark mit all seinen negativen Auswirkungen wie das Beispiel Steigerwald zeigt.

http://www.baumwipfelpfad-ebrach.de/

Leider wird in der öffentlichen Diskussion immer wieder der Eindruck vermittelt als wäre ein Nationalpark ein Instrument der Regionalförderung und der Tourismusförderung. Dem ist aber nicht so!

Können wir es uns – auch angesichts der jüngsten Kalamitäten durch Borkenkäfer und Sturm – überhaupt leisten in einem Nationalparkgebiet 10.000 ha nachhaltiger Forstwirtschaft stillzulegen, um dann den Holzbedarf aus Regionen zu importieren, in denen auf Nachhaltigkeit kein Wert gelegt wird? Eine solche Vorgehensweise ist auch aus ökologischer Sicht fragwürdig.

Ein Nationalpark ist ein reinrassiges und großflächiges Naturschutzexperiment, wie andere Nationalparkregionen in Deutschland beweisen. Um aktiven und nachhaltigen Naturschutz im Wald zu betreiben, braucht es keine großflächigen Stilllegungen im Wald, die dann auch reine Wirtschaftswälder mit einbeziehen. Hier gibt es heute intelligentere Konzepte wie das Konzept „Zukunftswald 2100“ des Vereins „Unsere Rhön – gemeinsam stark e.V.“.

Hier noch ein Beitrag aus der Sendung „Querbeet“, in der der Totholzgarten Schwabach vorgestellt wird. Auch dies stellt eine Möglichkeit dar,  Artenschutz zu betreiben ohne eine nachhaltige Forstwirtschaft zu schwächen:

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/querbeet/querbeet-totholzgarten-schwabach-114.html

Weitere Infos zum Thema und über den Verein „Unsere Rhön – gemeinsam stark e.V.“ finden Sie auch im Internet unter
www.unsere-rhoen.de

oder auf Facebook unter
https://www.facebook.com/unsererhoen/

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Wehner
1. Vorsitzender

Erwin Kruczek
2. Vorsitzender

Edgar Thomas
3. Vorsitzender